Dr. Jackyll's Blog

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Die neutrale Schweiz

Auch als neutrales Land muss man sich verteidigen, das wissen auch die Eidgenossen. Hier ist es ganz normal, dass am Wochenende mehrere Leute mit automatischen Waffen im Zug sitzen. Ein ganz komisches Gefühl finde ich, vor allem beim ersten Mal. Mittlerweile habe ich mich ein bisschen daran gewöhnt.
Die Geschichte dahinter: Der Wehrdienst wird hier nicht, wie z.B. in Deutschland, am Stück abgeleistet, sondern in Blöcken von einigen Wochen, verteilt über so ca. 15 Jahre. Während der Zeit, haben die Armeeangehörigen ihre eigene Waffe, die sie auch mit nach Hause nehmen und dann zur Übung mitbringen. Wenn der Wehrdienst abgeleistet ist, darf man diese unter Umständen sogar behalten. So kommt es 1. zu solchen Begegnungen im Zug und 2. dazu, dass (laut Internet) ca. 1,5 Millionen Waffen (viele davon automatische Gewehre) in Schweizer Haushalten lagern. Und das gerade mal bei etwa 7,4 Millionen Einwohner. Fast schon amerikanische Verhältnisse. Aber zum Glück sind die Schweizer da etwas verantwortungsvoller im Umgang mit den Waffen. Es werden wohl nur sehr wenige Straftaten damit verübt. Das beruhigt mich dann doch wieder einigermaßen. Aber es ist schon ein komisches Gefühl, zu wissen, dass fast jeder Schweizer ein Sturmgewehr zu Hause hat!

1 Kommentar 17.5.06 19:40, kommentieren

St. Europ

Manchmal kann joggen sehr bildend sein! Eine Infotafel am Wegesrand hat mir unglaubliches gesagt:
Ich lebe in einer Millionenstadt!
Naja fast, wenn die Pläne von Caspar Schell vor etwa 150 Jahren Wirklichkeit geworden wären. Er hatte den Plan einer Großstadt ersonnen, die dem Namen „Zentrum Europas“ gerecht werden sollte. Seine Stadt „St. Europ“ sollte Platz für 1,2 Millionen Menschen bieten und sich über eine Größe von 108 km² erstrecken. Um zu sehen, was das für Größenordungen sind, hier ein paar Vergleichszahlen: Der Kanton Zug (nicht die Stadt!) hatte damals gerade einmal knapp über 19 000 Einwohner, die ganze Schweiz ziemlich genau 2,5 Millionen! Auch die Größe ist ziemlich beeindruckend: der ganze Kanton Zug hat gerade einmal 239 km². Und wieso das Ganze? Zur damaligen Zeit des Eisenbahnbooms endete das Abenteuer für viele in einem finanziellen Desaster. Der Zuger Goldschmied hatte seiner Meinung nach die Gründe dafür ausgemacht: Die ganzen Vorhaben waren zu halbherzig umgesetzt. Er wollte diese Stadt bauen, damit sich die Bahnlinien durch die Alpen alleine deshalb bezahlt machen sollten, so quasi als Nahverkehrsverbindungen. Der Mann hatte echt Visionen! Selbst eine Finanzierung dieses Mammutprojektes hatte er sich ausgedacht. Um die benötigten 3000 Millionen Franken aufzubringen wollte er für 10 000 Franken Anteile an 300 000 Teilhaber verkaufen. Wahrscheinlich ist es daran gescheitert, aber darüber schweigt sich die Tafel aus.
Naja, so ist es hier dann doch sehr beschaulich, was vielleicht auch besser so ist. So schön sah der quadratische Grundriss à la Mannheim nicht aus.

1 Kommentar 10.5.06 22:10, kommentieren

Bildungslücke

Die Welt wird heutzutage immer kleiner. Man kommt innerhalb weniger Stunden von einem Kontinent auf den anderen. Aber hier, nicht einmal 300 km von „zu Hause“ weg, kennt man nicht mal das schwäbische Nationalgericht. Wirklich unglaublich, hier hat man noch nie was von Maultaschen gehört (außer den eingewanderten Deutschen). Schlimmer noch, als ich versucht habe, ihnen diese Wohltat für den Gaumen näher zu bringen, kam zurück: „Sind das große Tortellini?“ Nenene, so geht das nicht. Ich glaube, wenn das die Mönche aus Maulbronn, die der Legende nach, die Teigtaschen erfunden haben, um auch während der Fastenzeit Fleisch essen zu können („Gott sieht es ja nicht“ ), gehört hätten, würden sie sich im Grab herum drehen. Da muss ich mich wohl mal als Entwicklunghelfer betätigen und dem „3. Welt Land“ Schweiz auf die Sprünge helfen, was die kulinarische Bildung angeht.

3 Kommentare 8.5.06 23:04, kommentieren

Eels

Ladies and Gentleman, he visits switzerland. Mark Oliver Everett, a.k.a Mr E. a.k.a. Eels kommt in die Schweiz!
Es gibt einen Gott und er hat meine Gebete erhört. NAchdem bisher nur ein Konzert in Frankfurt bekannt war und ich mir ernsthaft überlegt habe, extra wegen des Konzertes da hinzufahren, wurden jetzt drei Termine in der Schweiz bekannt gegeben. Und einer davon hire in Luzern, also direkt bei mir um die Ecke. Besser konnte es kaum kommen. Endlich schaffe ich es, die Band mal live zu sehen. Gleich morgen wird ein Ticket gekauft!

PS: Das musste gerade raus.

2 Kommentare 1.5.06 21:54, kommentieren

Der Tod

Alle die schon gehofft hatten, muss ich enttäuschen: Ich habe den Stresstest überlebt. Wobei der Name Stresstest ein bisschen irritierend ist, gemütliches radfahren auf dem Ergometer und dabei wurden Herzströme und Blutdruck gemessen. Nix schlimmes, mal ganz interessant. Als einzige Nebenwirkung blieben ein paar „Knutschflecken“ von den EKG-Elektroden. Glücklicherweise aber nur am Bauch und Rücken, also unterm T-Shirt.
Zurück zum Thema Tod und einer Buchempfehlung: Abends, nach dem Feierabend,ist mir dann beim shoppen folgendes Buch in die Hände gefallen: „Neue Darwin Awards“. Die Darwin Awards, für alle, die nichts damit anfangen können, werden im Internet an Personen verliehen, die sich „auf kreative Weise aus dem Gen-Pool verabschiedet haben“. Und davon scheint es genug zu geben. Menschen mit tief schwarzem Humor werden sich beim Lesen totlachen, aber auch jemand, der normal nicht über solche Sachen lachen kann, wird zugeben müssen, dass sich die Personen im Buch wirklich so dumm angestellt haben, dass es einfach für alle besser so ist
Für mich als Elektrotechniker besonders amüsant: Wie baue ich selbst einen Elektrozaun, damit meine Hunde nicht aus dem Garten abhauen? Man nehme handelsüblichen Draht, einige Holzstangen und ein Verlängerungskabel. Zuerst baue man aus den Stangen und dem Draht einen Zaun und schließe ihn anschließend per Verlängerungskabel an eine Steckdose an. Jeder, der mehr als eine Sekunde darüber nachdenkt, wird sich spätestens an dieser Stelle fragen, warum 1. an den Weidezäunen immer noch eine etwa Schuhkarton große Box hängt und 2. warum ein Föhn, der auch nur an eine Steckdose angeschlossen wird, einen Menschen töten kann, wenn er in die Badewanne fällt. Alle anderen werden nie bis zu den Gedanken kommen, wenn sie dann doch mal den selbst gebauten Zaun berühren. Tja, das ist doch so was wie die natürliche Auslese, die Darwin propagiert hat. Wobei diese These zur Zeit ja mehr als umstritten ist, aber das ist ein anderes Thema. Und wie sangen schon Monty Python: „Always look on the brigth side of death“. Das macht (oft) einiges einfacher....

1 Kommentar 30.4.06 21:16, kommentieren

Lebenszeichen

Grüezi wohl,

lang, lang ists her, seit meinem letzten Beitrag. Ich gelobe hiermit Besserung und dass es nach diesem bis zum nächsten nimmer so lange dauert.
Gerade bin ich dabei, mich, so gut es geht, vom letzten Wochenende zu erholen Der Trip nach Deutschland war doch ziemlich stressig und teilweise nicht ganz einfach, aber sehr schön. Leider hab ich wohl das schöne Wetter vergessen mitzunehmen Am Montag bin ich noch bei eitel Sonnenschein in Freiburg gewesen und am Dienstag hats hier zum Aufstehen erst mal geregnet. Irgendwas mach ich wohl falsch...
Morgen ists dann auch gleich vorbei mit erholen. Da ist gleich mal morgens ein Stresstest angesagt. Aber keine Angst, mir geht’s gut, ist „nur“ um Messdaten aufzunehmen in der Firma. Tja, da muss ich wohl durch. Es soll auch „gar nicht so schlimm“ werden [tm] Bin auf jeden Fall mal gespannt.
Soviel/wenig mal für heute abend, demnächst mehr an dieser Stelle

26.4.06 22:51, kommentieren

Schweiz – DrJackyll 0:1

(bsp) Heute endete das entscheidende Spiel um die Befreiung von der obligatorischen Krankenversicherung mit einem Sieg für den Gast. Von Beginn an war nichts von vorsichtigem Abtasten zu spüren. Beide Mannschaften gingen sofort in direkten Kontakt zum Gegenüber. DrJackyll konnte sich gleich zu Beginn einen Vorteil durch einen fast vollständig ausgefüllten Haushaltsfragebogen erarbeiten. Dadurch beruhigt, versuchte er noch mehr Druck zu machen, in dem er direkt im Anschluss seine europäische Krankenversichertenkarte zog. Der Gegner versuchte durch eine Einwechslung Zeit gewinnen, was vorerst auch gelang. Der herbeigerufene Sachbearbeiter war zu erst ratlos und beriet sich mit seiner Mitspielerin. Mittlerweile schon kurz vor der Halbzeit, zog die Heimmannschaft ihre Trumpfkarte und verweigerte die Annahme der Karte. Auch die vom Gast eilig hervor gezogene Mitgliedsbestätigung und die Ersatzbescheinigung für den nicht mehr existenten Auslandskrankenschein E111 konnten nicht für die erhoffe Befreiung sogen. So ging es unentschieden in die Halbzeit.
Es folgte eine Halbzeitabsprache von DrJackyll mit seiner Krankenkasse. Diese konnte ihm zwar nicht viel neues berichten, war allerdings bemüht, die Entschlossenheit für die zweite Hälfte zu steigern, da die vorhandenen Mittel zu Sieg ausreichen sollten.
So gestärkt trafen sich die Mannschaften wieder. Gleich nach der Halbzeit wechselte die Heimmannschaft einen neuen Mann ein. Er stellte sich sehr schnell auf den Gegenspieler ein und ging mit ihm in den Zweikampf. Von da an war es ein ständiges hin und her und die Partie stand auf der Kippe. Die Heimmannschaft versuchte es mit Formularen und einem erklärenden Text. Der Gast hatte sich kurz vor Wiederanpfiff noch mit zusätzlichen Informationen aus dem Internet verstärkt und diese versuchte er nun anzubringen. Der Gegner ging jedoch nicht darauf ein und vertiefte sich weiter in den erklärenden Text. Er erwiderte nun, dass ein Leistungsnachweis der deutschen Krankenversicherung nötig sei. Der sofortige Hinweis auf den etwa 300 seitigen Gesetzestext, konnte diesen Angriff aber schnell abwehren. In der Schlussphase konnte DrJackyll durch die wiederholte Anmerkung auf den Auszug der Webpage der kantonalen Gesundheitsdirektion einen entscheidenden Vorteil für sich verbuchen und schlussendlich musste sich die Heimmannschaft geschlagen geben. Unter dem Hinweis, dass ganz am Ende des formularbegleiteden Textes erst die Bedeutung dieses, nur für deutsche Pflichtversicherte angemerkt wurde. So wurde am Ende doch die, bereits gleich zu Beginn ins Spiel gebrachte, europäische Krankenversichertenkarte akzeptiert und somit ging die Befreiung von der obligatorischen Krankenversicherung an DrJackyll. Wir gratulieren zu diesem Sieg!

2 Kommentare 30.3.06 21:04, kommentieren