Dr. Jackyll's Blog

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Männer & Wäsche

Seit gestern bin ich endlich im Besitz einer Waschkarte. Das war auch so langsam mal nötig. Die andere Möglichkeit wäre gewesen, es so zu machen wie die Briten. Diese Woche wurde eine Studie veröffentlicht, nach der 10% der Briten ihre Unterhosen 3 Tage am Stück tragen. 5% drehen sie sogar auf links, um damit nochmals einen Tag zu schinden. Aber nein, keine Chance. Sowas ist eklig!
Die Karte sieht irgendwie aus, wie eine WLAN Karte fürs Notebook auf der ein Geldkartenchip drauf ist. Die Bedienung ist auch nciht wirklich intuitiv: Zuerst werden 2 Franken für den Waschgang abgebucht und je nach Programm und Temperatur, kann man dann einen Rest nach der Wäsche zurückbuchen lassen. Die Betonung liegt auf "kann". Wenn man "nicht kann" heißt das, man steckt seine Karte hinein und drückt zu spät den Knopf, um das Geld zurück zu buchen. Dann wird das Geld nicht zurückgebucht, sondern von der Karte abgebucht. Das muß ich wohl im besten Sinne des Wortes unter Lehrgeld buchen. Dafür habe ich jetzt wieder saubere Wäsche

28.3.06 22:44, kommentieren

Baar

Meine neue Heimat (zumindest für die nächsten 5 Monate). Was kann sie mir bieten? Zum Beispiel das Kino hier im Ort. Es kann einem hier nicht passieren, dass man an der Kasse steht und nicht weiß, für welchen Film man sich entscheiden soll. Ganz einfach, es kommt nur einer. Samstags und sonntags ausnahmsweise 2, aber der eine beginnt schon um 17 Uhr. Dafür laufen alle Filme im Orginalton, mit Untertiteln. Ganz schlau werde ich aus den Angaben aber nicht: E/d/f. Bedeutet das, dass der Film auf englisch mit 2 Untertiteln, einmal deutsch, einmal französisch läuft?? Naja, mal schauen.
Gleiche um die Ecke beim Kino ist eine Pferdemetzgerei. Da die aber, wie eigentlich alle Geschäfte hier, Öffnungszeiten wie in meiner Kindheit haben – Mittagspause von 12 bis mindestens 14.30, und nach 18 Uhr gibt’s nicht mehr – Hab ich da leider noch nicht eingekauft. Das muss ich aber demnächst mal machen.
Also wirklich Sehenswertes hab ich noch nicht gefunden. In der Nähe soll es eine schöne Grotte geben, aber ich weiß nicht, wie weit weg das ist. Wobei, eines hab ich noch vergessen: Die öffentlichen Mülleimer! Die Schweiz ist ja ein sauberes Land und deshalb gibt es an(!) den Mülleimer Müllsäcke, in die man doch bitte seinen Müll einpacken soll um diese dann gut verknotet in den Mülleimer zu werfen. Einzigartig!
Zug ist dann doch einiges städtischer als Baar. Es hat zwar nur ein paar Tausend Einwohner mehr (23000 zu 20000), aber es ist nicht so weitläufig. So nebenbei, ich wohne hier in einem Steuerparadies, aber wohl nur für Firmen. Wenn ich das richtig verstanden haben müssen Firmen, die ihren Sitz in Zug haben, aber keine Beschäftigten in der Schweiz (=Briefkastenfirmen) kaum Steuern zahlen. So kommt es, dass Zug mit seinen 23000 Einwohnern knapp 12000 Firmen beherbergt!
Und nicht weit weg, knapp 6 Euro und 20 min Zug, liegt Zürich. Ich war einen Tag bisher dort, und ich glaub, die Stadt wird mir gefallen. Das Nachtleben muss ich aber noch erkunden. Alles zu seiner Zeit Eins habe ich bei dem Trip nach Zürich auch gelernt. Nie, never ever, Fahrkarten beim Schaffner im Zug kaufen. Der Zug zurück hat nicht in Baar angehalten, sonder erst in Zug. Der Schaffner meinte dann, kein Problem, er gibt mir gleich eine Karte Zug-Baar, damit ich gleich in den nächsten Zug einsteigen kann. Die ganze Chose hat mich 11.50 gekostet. Mittlerweile weiß ich, am Automat kostet das Ticket etwa ein viertel. Toll. Naja, aus Fehlern lernt man.
Das Wohnheim hier ist eigentlich ganz nett, aber nicht wirklich berauschend. Mein Zimmer hier ist vom Grundriss her genau wie mein Zimmer im HaDiKo, nur etwa 2 qm größer. Die Küche ist eigentlich sehr schön gemacht, mit einem im Raum stehenden Ceranfeld, aber das war's auch schon. Jeder hat sein eigenes Geschirr (bestehend aus 2 großen Tellern, 2 kleinen Tellern, 2 Gabeln, 2 Messern, 2 Löffeln, 2 Tassen und einem kleinen Topf) in einem anschließbaren Schrank. Alle ist eher auf Individualisten ausgelegt, man trifft auch kaum Leute aufm Gang. Naja, morgen ist erst mal Pimp my Kitchen auf schwedisch angesagt. IKEA! Dann wird’s auch endlich mal was mit dem kochen hier.
Für heute folge ich jetzt den Worte von Maynard James Keenan, dem Sänger von A Perfect Circle: „Go back to sleep“...

1 Kommentar 25.3.06 00:27, kommentieren

Grüezi

So, es ist soweit. Ich bin auch unter die Blogger gegangen. Mal schauen wie's so wird. Ich hab nicht wirklich Erfahrung damit, Tagebuch zu schreiben. Nur damals [tm], während meines Interrail Urlaubes, hab ich mich mal an einem Reisetagebuch versucht, nur um es dann am letzten Tag im Zug in Marseille liegen zu lassen. Darum als erstes einen Gruß an das kleine rote Buch, wo auch immer es ist. Vielleicht findet es ja seinen Weg irgendwann wieder zu mir zurück...
So genug in Erinnerungen geschwelgt! Wieder zurück in die Realität. Warum schreibe ich jetzt auch ein Blog? Ich will festhalten was mir hier in der Schweiz und in meinem Leben widerfährt. Meine Erfahrungen, meine Erlebnisse, meine Alltagsbeobachtungen und auch meine Gedanken. Ich glaube, das spannendste daran dürfte sein, ob das ganze auch noch für jemand anderes außer mir interessant ist. Ich bin mal gespannt, auf die Kommentare.
Ich bin jetzt seit zweieinhalb Wochen bei den Eidgenossen. Zeit für ein erstes Zwischenfazit:
Das erste, was ich von meinem neuen Heimatland auf Zeit gesehen habe, war ein breit grinsender Zöllner, der mich, in meinen total voll geladenen Corsa sitzend, fragte, ob ich denn umziehe. - "Ne, ich mache zwei Tage Urlaub in der Schweiz und das ist nur mein Handgepäck. Meine Koffer sind in dem LKW hinter mir" Hätte ich gerne gesagt, aber hab es natürlich nicht. Mein zweiter Eindruck war dann, dass hier alles ein bisschen langsamer geht. 100 als Höchstgeschwindigkeit auf der (meist) einspurigen Autobahn, die auch noch mitten durch Zürich führt. Aber da die Schweizer den Schnee besser im Griff haben, bin ich sogar schneller vorangekommen als im Deutschland. Irgendwann war ich dann auch in meiner neuen Heimatstadt – Baar im Kanton Zug. Ein kleines, beschauliches Städtchen, das alles in allem 20000 Einwohner hat. Direkt „daneben“ liegt Zug, die Kantonshauptstadt. Besser gesagt, die beiden Städte sind eigentlich schon zusammen gewachsen. Sie teilen sich ein Ortsschild.
Ich bin ehrlich gesagt auch überrascht, wie viel ich auf Anhieb hier verstanden habe. Klar, einige reden so einen Slang, dass ich dreimal nachfragen muss, nur um zu verstehen, dass sie mich gegrüßt haben... Aber das wird noch. Was ich aber nicht unbedingt lernen will, ist das ch, das hier gaaaanz tief aus dem Hals, meist mit ein bisschen Schleim zusammen, kommend gesprochen wird.
Die meiste Zeit hier, vertreibe ich mir mit arbeiten. Das soll jetzt aber nicht negativ gemeint sein. 1. Ist es hier nichts besonderes 41 Stunden die Woche regulär zu arbeiten (da sind die Überstunden noch nicht drin). Da sollten sich vielleicht einige in Deutschland ein Beispiel nehmen. Und 2. gefällt mir die Arbeit sehr gut. Firma und Kollegen sind top.
In der ersten Woche waren dann einige Behördengänge angesagt, mit dem schlussendlichen Erfolg/Ziel, dass ich jetzt im Besitz eines offiziellen Ausländerausweises bin. Das ist eine lila Plasikmappe mit dem Ausweis drin. Nicht wirklich schön, aber mein offizielles Dokument hier in der Schweiz. (Foto kommt noch) Die zweite größere Tour war dann die Suche nach einer Bank für mein Konto hier in der Schweiz. Das sollte im Bankenland Schweiz eigentlich nicht so schwer sein, habe ich mir gedacht, aber natürlich war dem nicht so. Gleich auf der ersten Bank wurde mir direkt ins Gesicht gesagt, dass Ausländer mit einer Aufenthaltsgenehmigung L kein Konto hier eröffnen können. Na toll! Nachdem ich dann alle Banken vor Ort abgegrast hatte, habe ich doch noch eine Bank gefunden, bei der ich ein Konto eröffnen konnte und auch eine Maestro-Karte bekomme (die Kombination Konto, nur ohne Maestro-Karte gab es auch). Wie ich mittlerweile weiß, steht die Bank hier eher in dem Ruf, nur Gutverdiener aufzunehmen. Was solls, der Vertrag ist unterschieben.
Für erste noch ein kleines Fundstück von heute: Kaum einer wird es wissen, aber hier in Baar liegt die Wiege des Hadikos! Ja, denn nur hier, in der oft etwas dunstigen Luft rund um den Zuger See konnten sich solche Freigeister entfalten, die die Idee eines selbstverwalteten Wohnheimes in ihren Köpfen mit herumtragen und schließlich auch auf die Welt loslassen:



Soviel fürs erste mal von mir. Ich schau mir jetzt noch weiter das "letzte", "wichtigste", "wegweisendste", "schwierigste" und "was weiß ich nochste" Länderspiel der Deutschen an und bin mal auf eure Kommentare gespannt. Man schauen, wer der erste ist

5 Kommentare 22.3.06 21:36, kommentieren